teilen
Wandern mit Esel

Er zieht. Er rupft Gras, mampft Eicheln, knabbert im Vorbeigehen Buchenzweige ab oder liest buntes Eichenlaub auf. Verwelkte Goldrute ist auch unwiderstehlich – für den Esel an meiner Leine. Ich möchte wandern, das Tier möchte fressen. Eine solche Wanderung ist harte Arbeit, aber doch wunderschön. Schon nach wenigen Kilometern habe ich Blasen an der Hand, weil ich ständig versuche den Esel vom Fressen abzuhalten. Er kann nichts dafür. Esel lebten ursprünglich in schroffem Ödland und Gebirge; dort ist der Bewuchs vereinzelt und spärlich, daher möchten Esel alles fressen was sie finden. Außerdem stehen am Wegrand andere Pflanzen als auf der heimischen Koppel. Esel bei Nutzung eines Sportplatzes in der Bildungsstätte Heilsbach Wer meint, mit einem Esel wandern sei Entspannung pur, irrt sich. Wer hofft, er käme auf andere Gedanken und bekomme den Kopf frei vom alltäglichen Arbeitskram, Corona und was es sonst noch geben mag – der ist goldrichtig! Ein Esel benötigt stets einhundertprozentige Aufmerksamkeit, jedenfalls wenn man, wie ich, unerfahren und allein unterwegs ist. Außerdem müssen sich Esel und Eselführer*in erst mal kennen lernen, das erfordert Aufmerksamkeit von beiden Seiten. Hat der Esel diese Aufmerksamkeit nicht, ist das nicht schlimm für das Tier, dann frisst es. Wer aber wandern möchte mit …