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Unsere persönlichen „Big Five“ in Südafrika

Südafrika ist perfekt für den Einstieg in den afrikanischen Kontinent. Die Infrastruktur ist meist auf europäischem Niveau, die National Parks lassen die Herzen von Tierliebhabern höher schlagen und die unterschiedlichsten Landschaftsformen begeistern.

Das Internet und stapelweise Reiseführer sind prall gefüllt mit Tipps und Infos, Aktuelles zu An- und Einreise ist dort problemlos selbst zu recherchieren. Zur Inspiration wollen wir euch deshalb zu unseren persönlichen „Big Five“ mitnehmen, um euren emotionalen Einstieg in dieses riesige Land zu begleiten.

Western Cape Area

Die steilen Wände des Tafelberges, flankiert von den kecken Spitzen von Lions Head und Devils Peak, bilden den Horizont; davor erstreckt sich der tiefblaue Atlantik, in dem sich die gläserne Skyline der City spiegelt. Kaum eine Stadt auf dieser Welt kann dieses Bühnenbild toppen, das Arrangement wirkt perfekt. Kapstadt, das schönste Ende der Welt? In einem sanft ansteigenden Halbrund schmiegen sich die edlen Häuser der gut situierten Capetonians an die unteren Hänge des Tafelberges, mischt sich alte, kapholländische Architektur und Moderne. Kopfsteingepflasterte Straßen im muslimischen Viertel mit seinen bunten Häusern und schlanken Minaretten wechseln sich ab mit dreispurigen Geschäftsstraßen, schmale Gassen in den angesagten Kneipenvierteln gehen nahtlos über in grüne Parkanlagen mit ihren historischen Gebäuden. Und abends, wenn das unverwechselbare Wolkenband träge über die steile Kante des Tafelbergs wabert, trägt die laue Sommerluft die verschiedensten Klänge um die Ecken, schwingt die lockere Atmosphäre sich auf, dich mitzureißen in diesen unverwechselbaren Strudel entspannten Lebens.

Eine Wanderung auf den berühmtesten Berg des südlichen Afrikas eröffnet dir dann endgültig den wahren Zauber dieser Region. Weit, bis ganz hinunter ans sturmumtoste Kap der Guten Hoffnung, reicht von hier aus der Blick. Er streift die große Bucht unter dir, an deren Rand sich die schneeweißen Strände irgendwo im Dunst der Ferne verlieren. Eng schmiegen sich noble Orte in die steilen Buchten, angesagte Restaurants bieten perfektes kulinarisches Verwöhnen, und die ältesten Weingüter der gesamten Region laden mit stilvollem Ambiente ein, die edlen Tropfen der heimischen Weinberge zu probieren.

Im Hluhluwe-Imfozoli Park

Der erste Eindruck – eine unglaublich grüne Hügellandschaft. Schon nach wenigen Metern stehen wir inmitten einer großen Büffelherde, viele Zebras und Impalas grasen friedlich neben der schmalen Straße. Und ein stattlicher Elefantenbulle bahnt sich unermüdlich fressend seinen Weg durch das Gestrüpp. Eine ganz andere Stimmung also als in den Steppen- und Savannenparks. Von einer Hügelspitze aus entdecken wir drei Nashörner! Entspannt suhlen sie sich in einer Schlammlache, grunzen und schnauben vor Vergnügen, bedecken ihre massigen Körper dabei mit der sie vor Parasiten schützenden Schlammschicht. Immer wieder entdecken wir nun mehr und mehr Nashörner, erkennen Nyalas und Wasserböcke zwischen den Farnwäldern und Akazien. In der Abenddämmerung begeistert uns dann noch ein Verbund mehrerer Elefantenherden, die majestätisch durch das dichte Grün zu den Wasserlöchern ziehen.

Addo Elephant National Park

Wir liegen an einem der sechs angelegten Wasserlöcher hinter Holzwänden unauffällig auf der Lauer und beobachten gespannt die gesamte Umgebung. Und es dauert nicht lange, bis sich die ersten großen Ohren durch das Dickicht schieben. Die große Herde läuft zielstrebig dem erfrischenden Nass entgegen, die Kleinen rennen schon fast vor Vorfreude. Ausgelassen toben sie im schlammigen Wasser, spritzen sich die kühlende Feuchte über die erhitze Haut. Und schon stoßen die nächsten dazu, rangeln sich mit den anderen um die besten Plätze. Die Kleinsten müssen dabei aufpassen, dass sie nicht buchstäblich untergehen, doch eine auffällige Rücksichtnahme im Herdenverbund lässt keine wirkliche Gefahr für sie aufkommen. Stundenlang erfreuen wir uns am ununterbrochenen Kommen und Gehen der verschiedenen Herden, erkennen die klaren Hierarchien der einzelnen sozialen Verbände. Ganz nahe schreiten sie gemächlich fast auf Armlänge an uns vorbei, beobachten uns genau. Nach zwei Tagen erkennen wir sogar vereinzelte Tiere wieder, fast so wie alte Bekannte. Und genauso ungern verlassen wir sie auch wieder…

Drakensberge

Erste Tafelberge säumen unseren Weg, tiefe Schluchten und steile Anfahrten zu baumlosen Pässen sind zu überwinden. Kurz vor Elliot öffnet sich dann ein Panorama der Superklasse: bizarre Felsformationen erheben sich aus grünen Berghängen. Hinter Rhodes fräst sich die einspurige Piste entlang steiler Bergflanken hinauf bis auf über 2.500 Meter zum Naude`s Nek; es ist der höchste Straßenübergang in Südafrika.

Wie ein riesiges Hufeisen legt sich die größte Bergkette des südlichen Afrikas, die Drakensberge, um das Königreich Lesotho. Steil fallen die Wände hier ab nach Südafrika, rund 1.000 Höhenmeter trennen die saftigen Weiden KwaZulu-Natals von den kargen Höhen Lesothos. Über 450 Kilometer erstreckt sich diese Basaltformation mit vielen Dreitausendern, ein tolles Wanderparadies!

Royal Natal – was für eine Wand! Mit über fünf Kilometern Breite beherrscht sie den Horizont, fast tausend Meter fällt sie senkrecht ab ins tief eingeschnittene Tal des Flusses Tugela, der sich in der regenstarken Zeit in einem sechshundert Meter hohen Wasserfall in die bodenlose Tiefe stürzt und sich sein Bett durch die verschiedensten Gesteinsschichten geschnitten hat. Flankiert von mehreren Dreitausendern bildet dieses Halbrund das Amphitheater, das markanteste Massiv der Drakensberge.

Durch die Transkei an die Wildcoast

Kaum tauchen wir in die gebirgige Region ein, fallen uns die unzähligen bunten Rundhäuser der hier lebenden Xhosa auf. Auf jedem verfügbaren Platz wird gebaut, ein kleines Feld bearbeitet, ein paar Tiere auf der Weide. In den größeren Ortschaften fühlen wir uns sofort wieder zurückversetzt nach West- oder Zentralafrika, vom modernen Südafrika ist hier nichts zu spüren.

Je näher wir der Küste kommen, umso tropischer wird die Natur. Undurchdringlicher Urwald breitet sich aus, schwüle Luft erschwert jede Bewegung. Urplötzlich dann unter uns der Indische Ozean. Die grünen Hügel reichen bis hinunter zum Ufer, wo sich die Brandung zwischen großen Felsen und lieblichen Sandbuchten bricht. Delfine springen lebenslustig aus dem Wasser, listige Haie ziehen ihre gefräßigen Bahnen nicht weit vom Badestrand. Schwimmen ist hier ein »No-Go«!

Weiße Gesichter sind hier Mangelware, keine Villen reicher Südafrikaner verbauen die Wasserlinie, kaum Touristen verirren sich hierher. Wir finden immer wieder sensationell schöne Plätze zum Verweilen, zum Übernachten. Die Menschen hier sind extrem freundlich, niemand belästigt uns, wir kaufen frischen Fisch direkt vom Fischer. Die einzelnen Streusiedlungen sind durch Pisten verbunden. Aber was für welche! Manchmal so steil angelegt, dass unser Laster Manni ganz schön kämpft. Doch wehe es regnet, dann sind viele Passagen rund um die zahlreichen Flüsse und Bäche schnell unpassierbar, Furten werden zu reißenden Wassermassen.

Als wir eines Morgens auf das endlose Meer hinausblicken, trauen wir kaum unseren Augen: So viele Wale auf so engem Raum hatten wir bisher noch nie gesichtet! Immer wieder springen sie fast ganz aus dem Wasser, schlagen mit den riesigen Schwanzflossen weithin hörbar auf die Wasseroberfläche, blasen Fontänen hoch in den Himmel. Was für ein Schauspiel!

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