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Schwedische Highlights – Unsere Top 10 Spots

Von TRAVELIKI-Mitgliedern Heike und Matthias Pfeifer (Reiseblog: nordlandcamper.de)

Neue Locations, die uns ins Staunen versetzen und spannende Unternehmungen, die uns herausfordern, entdecken wir auf jeder Schwedenreise. Da wir unseren Fokus auf Naturerlebnisse und Outdoor-Erfahrungen setzen, sind unsere Highlights natürlich davon geprägt. Hier eine Auswahl unserer Top 10 zu treffen, war für uns im Vorfeld sehr schwierig, da es von Schweden so viel Tolles zu erzählen gibt, dass es den Umfang dieses Artikels eindeutig sprengen würde. Schweden bedeutet für uns aber vor allem unberührte, raue Landschaft in möglichst menschenleerer Umgebung. Besonders die Schärenlandschaft Bohusläns haben wir ins Herz geschlossen und besuchen sie auf fast jeder Reise. Wir hoffen, Ihr findet an unseren Top 10 Spots genau so viel Gefallen wie wir!

Flatruet

Startet in Funäsdalen und arbeitet euch über 40km Kies- und Waschbrettpiste vorbei am Samidorf Mittådalen (leckere Rentierprodukte!) auf eine der höchsten Passstraßen Schwedens bis auf 975 müM. Übernachtet in der kargen, windigen Ausgesetztheit am höchsten Punkt der Straße (GPS N62.74007 E12.74135; dort steht sogar im Sommer ein Pistenbulli). Von hier gehen Wander-/Bikewege zu beiden Seiten der Straße ins Fjäll. Im Spätsommer eine Explosion von Rot-, Grün- und Gelbtönen. Warm anziehen, nach Rentieren Ausschau halten! Ins Tal geht’s dann wieder nördlich Richtung Ljungdalen, ab hier wieder geteerte Wege ostwärts Richtung E45.

Tipp: Stop am Fluß Tandån (GPS N62.80696, E13.00603), Kanu auspacken, Richtung Norden flußaufwärts durch herrliche Natur paddeln bis ein Wasserfall schließlich den Weg versperrt.

 

Fulufjället-Nationalpark

Dominiert vom Njupeskär, mit 70m reiner Fallhöhe Schwedens höchster Wasserfall. Von dort aus kann man weiter aufs Fjäll wandern und Schwedens ältesten Baum (ca. 9000 Jahre alt!) suchen. Vom Naturum (GPS N61.63642 E12.71682) starten die (Rund-)Wanderwege. Es gibt viele Wildtiere, auch Braunbären, im Park. Die Natur wechselt von Sumpfflächen zu Wäldern bis ins karge, steinige, von Moosen überzogene Fjäll. Herrliche Aussichten! Tipp: Für die Langzeitbelichtung des Njupeskär Stativ, ND-Filter und Fernauslöser nicht vergessen! Wer nah ran will, auch Wasserschutz für die Kamera und sich selbst.

Glaskogen Naturreservat

28.000ha großes Paddler- und Wanderparadies. Kleiner Campinglatz in Lenungshammar (GPS N59.50721 E12.3715) mit einzelnen Plätzen im dichten Wald oder am Seeufer. Hier gibt’s die Kanus, Angel- und Besucherkarten für das Reservat. Touren von Tagen bis Wochen mit Übernachtung an vorbereiteten Lagerstellen am Ufer und auf Inselchen möglich. Bis auf kleinen Shop dort mit dem Notwendigsten gibt es keinerlei Versorgungsmöglichkeit. Schlechte Netzabdeckung. Anfahrt am besten über Arvika auf geteerten Straßen, ansonsten muss man bis zu 40km Schotterpiste überwinden (macht aber Spaß…). Tipp: Halbtagestour im Kanu auf traumhafte kleine Insel (GPS N59.5259 E12.3306), keinesfalls Brotzeit vergessen!

Hamra-Nationalpark

Ein absolutes Juwel ist dieser südlich von Sveg an der E45 gelegene kleine Nationalpark. Uralte, dichte und verwunschene Wälder wechseln ab mit Seen und Mooren, durch welche ihr über Stege geleitet werdet. Der Wald besteht aus teilweise mehreren hundert Jahre alten Bäumen, die von langen Bartflechten bewachsen sind und an denen die Kratzspuren der Krallen der in diesem Nationalpark häufig vorkommenden Braunbären zu sehen sind. Seit mehr als 100 Jahren hat dieser Wald keine Axt mehr gesehen, wurde vollkommenen sich selbst überlassen. Totholz liegt wild übereinandergefallen neben dem schmalen Pfad, der über mehrere Kilometer Länge durch das dichte Geflecht führt. Es gibt mehrere kurze Rundwanderwege von jeweils etwa 3km Länge, die durch verschiedene Teile des NPs führen sowie einen etwa 10km langen Wanderweg, der den Besucher einmal durch den gesamten Park leitet. Ein kleiner Parkplatz am Eingang des Nationalparks (GPS: N61.76674 E14.76593) kann zur Übernachtung genutzt werden. Top Tipp: Es gibt eine märchenhafte Grillstelle am Parkeingang mitten im Moor. Feuerholz wird vorgehalten. Abends mit Grillzeugs dorthin gehen und die Aussicht genießen!

Ramsvikslandet

Vom Parkplatz (GPS N58.40541 E11.24744) führen Wanderwege in eines der für uns schönsten Schärengebiete Bohusläns, wo man die Kraft der Natur der letzten Eiszeit bewundern kann. Zunächst auffallend flach und am Wasser entlang über herrlich gemaserte Steine, später dann am Westufer des Naturreservats erklimmt man einen Aussichtspunkt auf großen, roten abgerundeten Schären. Versteckte und windgeschützte Picknickplätze machen die Pause zum Genuss.

Rotsidan

Kraftort an der Höga Kusten. Vom Parkplatz (GPS N62.8507 E18.37987; Übernachtung möglich) aus 500m durch den Wald zu Grillstellen mit herrlicher Aussicht. Rote, glattgeschliffene Schärenfelsen führen sanft in die Ostsee und können auf 4km Länge bewandert werden. Oder man kann einfach nur auf den warmen Steinen sitzen und die Abendstimmung genießen. Achtung: Wohnwägen müssen wegen der steilen Zufahrt die letzen 4km zum Parkplatz vorher abgestellt werden.

Smögen

Mondäner Hafenort an der Spitze der Halbinsel Sotenäs. Unbedingt den 1km langen Holzsteg am Hafen besuchen und dort die vielen farbigen Bootshäuschen und tollen Yachten bewundern. Viele Cafés, Restaurants und Geschäfte vor Ort. Tipp: Abends zum Vallevik Badplats (GPS N58.35697 E11.21437), vom Sprungturm ins Meer hüpfen (Achtung Feuerquallen!) und auf den warmen Schärenfelsen der Abendsonne beim Verschwinden zusehen.

Storforsen

Eine der größten, vom Piteälven gebildeten, Stromschnellen Europas. Rauschemonster. Höhendifferenz 82m auf 5km. Bis zu wahnsinnige 870m3 Wasser pro Sekunde. Wer schon mal in Norrbotten ist, muss hier unbedingt vorbei. Wege und Holzstege führen vom Parkplatz (GPS N65.85254 E20.39641) durch das Naturreservat. Tipp: Grillzeug mitbringen und an einem Abend um Mittsommer herum (da ist die Wassermenge am höchsten) an einer der vielen Grillstellen im Park den Tag ausklingen lassen.

Tiveden Nationalpark

Zwischen Vänern und Vättern gelegen und ab 1983 unter Naturschutz gestellt, seitdem unberührt. Es entwickelte sich ein für die südliche Lage des Parks untypischer Urwald, geprägt von unebenem Terrain, hohen Findlingen, dichten Wäldern und überall verstreutem Totholz, unterbrochen von Tümpeln und moorigen Seen. Darin wächst die seltene rote Seerose. Vom Naturum (GPS N58.71582 E14.59294) aus gibt es aussichtsreiche Wanderungen durch den Park, die aber gerne unterschätzt werden, wenn nur die Tourlänge betrachtet wird. Einfachere Wanderung zum langen Sandstrand „Vitsand“ (Badesachen und Picknick!) oder die schwerere Rundwanderung zur Trollkyrka sind ebenfalls fantastisch.

Tipp: Übernachtung bei „Camping Tiveden“ (GPS N58.79856 E14.53827) und von dort organisierte Kanu-Tagestour über verträumte Seen und Flüsslein, zuletzt am Ufer des Sees Unden entlang bis zurück direkt zum Campingplatz.

Vildmarksvägen

Sagenhafte 500km lange Straße, die in weitem Bogen von Strömsund an der E45 Richtung norwegische Grenze, vorbei an Gäddede über den Pass Stekenjokk (geöffnet Anfang/Mitte – Mitte Okt.) und dann zurück nach Vilhelmina durch die „letzte Wildnis Europas“ führt. Weite Wälder, glitzernde fischreiche Seen, karges und baumloses windzerzaustes Fjäll umgeben von bis zu 1500m hohen und sogar im Sommer schneebedeckten Bergen. Hier gibt’s alles, was das Outdoorherz begehrt. Nicht verpassen: Hällingsåfallet bei Gäddede, Angeln am Jorvattnet Fiskecamp, Wanderung zum Bjurälven (Mückenschutz!), Übernachtung am Stekenjokk (GPS: N65.04728 E14.33191), Fatmomakke (Kirchdorf der Sami), Trappstegsforsen (angeblich schönster Wasserfall Schwedens), Kolgårdens Camping bei Vilhelmina mit Lachsessen bei „Bergmans Fisk & Vilt“ (Halt der Inlandsbana) gleich nebenan.

Von TRAVELIKI-Mitgliedern Heike und Matthias Pfeifer (Reiseblog: nordlandcamper.de)

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