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Schweden mit dem Camper – Routenvorschlag für 3 Wochen

Von TRAVELIKI-Mitgliedern Heike und Matthias Pfeifer (Reiseblog: nordlandcamper.de)

Habt ihr beim Lesen der letzten Artikel Lust auf Schweden bekommen? Dann kommt hier unser Vorschlag für eine 3-wöchige Rundtour mit einem Camper, die auch einige unserer Top Spots verbindet. Als Start- und Endpunkt haben wir Göteborg ausgewählt, da es mit Stenaline eine schnelle Übernachtverbindung von Kiel gibt, die viel Zeit bei An- und Abreise spart.

 

Etappe 1: Göteborg – Lysekil – Smögen (ca. 180km)

Über die E6 nach Norden. Im XXL-Vildmark (GPS N57.77116, E12.00001) das Outdoor-Equipment komplettieren. Zwischenstopp in Lysekil. Dort das Meerwasseraquarium „Havets Hus“ besuchen und eine kurze Wanderung im «Stångehuvuds Naturreservat» über orangene Schärenfelsen genießen (Ziel: GPS 58.27112, E11.41363). Übernachtung in Smögen – beste Möglichkeit ist der Stellplatz am Meer (GPS N58.36371, E11.23239; ACHTUNG: die Stellplätze zu beiden Seiten der Straße haben verschieden Parkautomaten – Nachts wird kontrolliert und ggfs. 80€ Strafzettel verteilt!). Flanieren am Hafen, leckeren Fisch essen und Sonnenuntergang am «Vallevik Badplats» (GPS N58.35698, E11.21436) genießen. Wer noch Zeit hat kann am nächsten Tag dem Tierpark „Nordens Ark“ einen Besuch abstatten (Tagesausflug!)

Etappe 2: Smögen – Glaskogen (ca. 190-300km, je nach Routenwahl)

Auf asphaltierten Straßen über E6 und E45 nach Arvika und weiter unkompliziert bis zum Campingplatz in Lenungshammar (GPS N59.50730, E12.37159). Wer gerne Kiesstraßen fährt, der biegt in Åmal von der E45 Richtung Norden ab und schlägt sich über die kleineren Straßen zum Tagesziel durch (tolle kürzere Strecke, dauert aber länger). Die Vorräte sollten gefüllt sein, da in Lenungshammar keine Versorgungsmöglichkeit. Prima Kanu- Wander- und Mountainbiketouren. Kanuverleih. Alternative: Campingplatz «Camp Grinsby» (GPS N59.30280, 12.44449), nicht ganz so einsam aber kürzere Strecke, direkt am See mit Kanuverleih und schöner Natur.

 

 

Etappe 3: Glaskogen – Nya Skogsgården (ca. 120km)

Über Arvika zurück zur E45 und weiter nördlich bis nach Torsby. Dort westlich auf der E16 bis zum Natur-Campingplatz „Nya Skogsgården“ direkt am Fluß Rottnan (GPS N60.13238, E12.75448). Schöne Stellplätze am Wasser, naturnah, sehr nettes Betreiberehepaar, spricht deutsch. Angeln, Schwimmen, Kanufahren. Tipp: Direkt vom Campingplatz aus organisierte Kanutour den Rottnan hinab (ca. 5-6h) oder Wanderung „7-Torps-Leden“ (allerdings hierfür Fahrzeug nötig).

 

Etappe 4: Nya Skogsgården – Fulufjället NP (ca. 240km)

Zurück zur E45, nördlich bis Malung, dann über die 66 über Sälen zum «Mörkrets Campingplatz» (GPS N61.65184, E12.758644) am Fulufjället-NP. Stellplätze direkt am Fluß, Feuerstellen, Brennholz. Am nächsten Tag eine der wunderschönen (Rund-)Wanderungen im Nationalpark, die vom Naturum aus starten.

 

Etappe 5: Fulufjället NP – Grövelsjön (ca. 75km)

Entweder bequem auf Asphalt über Särna nach Idre oder auf schönem Kies nordwestlich vorbei an Strömsillret (viel interessanter!) in direkter Richtung nach Idre. Weitere 40km Stichstraße nach Grövelsjön. Großer kostenloser Parkplatz am See (GPS N62.10642, E12.29727). Von dort aus Wanderung im Naturreservat Richtung Nordwest und norwegischer Grenze auf einen der aussichtsreichen Berggipfel (teilweise weglos) mit ziemlich sicherem Rentierkontakt. Nach der Wanderung zurück nach Idre und Übernachtung direkt am Fluß am „Lägerplats Idre“ (GPS N61.93129 E12.65810; Achtung: es gibt mehrere, aber dieser ist der schönste). Feuerholz wird vorgehalten.

 

Etappe 6: Grövelsjön – Flatruet (ca. 120km)

In nördlicher Richtung nach Funäsdalen. Kurz zuvor ist eine kostenlose V/E-Station etwas versteckt im Industriegebiet (GPS N62.52519 E12.59663). Im Supermarkt von Funäsdalen Vorräte aufstocken. Jetzt beginnt eine schöne Kiesstraße (teilweise übles Waschbrett), die über Mittådalen (leckere Samiprodukte!) auf die Flatruet führt. Ausgesetzter Übernachtungsplatz in der Einsamkeit (GPS 62.74001 E12.74168) am höchsten Punkt der Strecke auf 975hm. Hier schöne Wanderungen sternförmig in alle Richtungen. Wer bei Wind und wackelndem Camper nicht gut schlafen kann, fährt lieber noch ein Stück weiter ins Tal. Dafür gibt´s keine Mücken.

Etappe 7: Flatruet – Storsjön (ca. 150km)

Weiter nördlich und zurück ins Tal bis Ljungdalen, danach westlich Richtung Östersund. Wer ein Kanu dabei hat, parkt am Tandån neben der Straße (GPS 62.80690 E13.0060; auch zur Übernachtung für 1 Mobil geeignet) und paddelt in nördlicher Richtung auf einem malerischen Flüsschen durch unberührte Natur (Hinweg=fFlußaufwärts). Wer einsame Kiesstraßen, schwedische Wälder und Moore liebt, der biegt an GPS N62.75622 E13.82048 von der 84 in nördlicher Richtung ab und hat 40km Traumstrecke vor sich. Als Übernachtungsplatz dient heute ein kleiner Parkplatz ausgesetzt zwischen Storsjön und Lillsjön (GPS N63.15277 E14.19767; keinerlei Service).

Etappe 8: Storsjön – Vålådalen (ca. 160km)

Über die E14 westlich Richtung Åre. Zuvor liegt in Järpen „Lundhags Fabriksbutik“ (GPS N63.34127 E13.47892) – unbedingt reinschauen, meist prima Rabatte und großes Sortiment! Den Ristafallet besichtigt man am besten von einem kleinen Parkplatz aus (GPS N63.31170 E13.35300). Alternativ Campingplatz auf der anderen Flußseite. Imposanter ist allerdings das Rauschemonster Tännforsen (Parkplatz mit Stellplatz bei GPS N63.44303 E12.74033. Auf dem Weg dorthin keinesfalls die „Åre Chokladfabrik“ bei GPS N63.37803 E13.15376 verpassen! Und esst unbedingt einen verboten leckeren Schokoladenkuchen im dortigen Café mit Blick auf den Fluß für uns mit! Einen kostenlosen Übernachtungsplatz mit Wander-/Bikemöglichkeiten oberhalb von Åre findet ihr hier: GPS N63.42827 E13.01472. Wer noch Zeit und Lust hat, fährt ins abgelegene Vålådalen weiter und übernachtet direkt am Wasserfall Vålåforsen (GPS N63.16849 E13.07575; kein Service).

Etappe 9: Vålådalen – Östersund (ca. 120km)

Heute geht’s früh raus. Von „Vålådalens Fjällstation“ (GPS N 63.14793, E12.96365) Wanderung zum See „Blanktjärnana“, der ein gigantisches grün-blaues Wasser zu bieten hat. Doch Achtung: Die Wanderung dauert länger als man denkt und es gibt Bären. Geht also rechtzeitig los und unterhaltet euch laut. Der Rundweg dauert ca. 5-6 Stunden und geht ganz gut in die Beine. Die Rückfahrt nach Östersund führt wieder über die E14. Vorbei kommt ihr auf dem Weg beim «Trangia Fabriksverkauf und Museum» (GPS N63.33461, E14.01843) – hier gibt’s (für uns die besten) Outdoorkocher und Zubehör mit kräftigen Rabatten. Auch in Östersund ist der schöne Fabriksverkauf von Woolpower (GPS N63.17154 E14.69604) einen Besuch wert. Die beste Möglichkeit in Östersund zu Übernachten um die Stadt zu besichtigen ist dieser Parkplatz am See: GPS N63.17464, 14.63062.

Wer etwas mehr Zeit hat und wenn längere Fahrtzeiten nicht stören, für den ist ein Umweg zur Ostküste ab Östersund lohnenswert (Etappe 10-12). Alle anderen fahren direkt zum Hamra Nationalpark nach Süden über die E45 und steigen bei Etappe 13 wieder ein.

Etappe 10: Östersund – Skuleskogen NP (ca. 290km)

Zunächst über gut ausgebaute, aber langweilige Straßen (87; 335) ostwärts zum Bottnischen Meerbusen und dort zum Örnsköldsvik Outlet (GPS N63.28839, E18.62094). Hier findet ihr alles was das Angler- und Outdoorherz begehrt, oft stark reduziert. Um am nächsten Tag eine der schönsten Wanderungen im Skulleskogen Nationalpark unternehmen zu können, übernachtet ihr am «Entrè Syd» des Parks (GPS N63.08393, E18.47840; kein Service). Die letzten Kilometer dorthin sind wieder schottrig und steil. Die Rundwanderung am nächsten Tag führt zur Slåttdalsskrevan, einer wie mit dem Messer tief in die Landschaft der Höga Kusten gezogenen Schlucht. Ein ideales Pausenplätzchen der Rundwanderung mit Sandstrand und Plätscherbach findet ihr hier: GPS 63.09635, E18.52978. Plant für die ganze Runde ca. 5-6h ein, es geht über Stock und Stein und die Tour ist anstrengender als der Weg auf der Karte aussieht.

Etappe 11: Skuleskogen – Rotsidan (ca. 50km)

Wer schon hier ist, darf keinesfalls den Rotsidan verpassen, der vom Skulleskogen über die sehenswerte Küstenstraße (Achtung: wieder Schotter…) in etwa 1h erreichbar ist. Am Parkplatz (GPS 62.85093, E18.37980) kann man übernachten (kein Service). Nehmt was zum Grillen oder ein Picknick mit und genießt den Sonnenuntergang an der Küste, wo man kilometerlang über rote, glatte Steine an der Ostsee entlangwandern kann. Für uns ein Top Spot!

Etappe 12: Rotsidan – Hamra Nationalpark (ca. 340km)

Nach dem kurzen Ausflug zur Ostküste nun über Sundvall – Hudiksvall (am besten über die großen Straßen) ins Landesinnere zum Hamra Nationalpark. Die Etappe ist lang und wer Zeit hat und das Wetter schön ist, sollte beim «Smitingens Havsbad» (GPS N62.60106, E18.02698) einen Stopp einlegen (herrlicher Sandstrand zum Baden mit Schärenwanderungen in der Umgebung). Top Tipp: kostenlose und ruhige Zwischenübernachtung direkt am Meer mit Entsorgungsmöglichkeit in «Haven Galtström» (GPS N62.16646, 17.51227).

Etappe 13: Hamra Nationalpark – Fågelsjö Gammelgård (ca. 15km)

Am Eingang zum Hamra-Park ist ein kleiner Parkplatz, der auch zum Übernachten geeignet ist (GPS: N61.76759, E14.76413; kein Service). Von hier starten mehrere kurze Wanderwege durch den Park (jeweils ca. 3km). Moore, tiefe Wälder, ruhige Seen und wieder die Möglichkeit, mit viel Glück Bären zu beobachten. Herrliche Grillstelle am Parkeingang, Brennholz wird vorgehalten. Wer Strom braucht, übernachtet beim «Fågelsjö Gammelgård» am Fluß (GPS N61.79682, E14.63489), nur wenige Kilometer westlich. Hier ein Kanu zu mieten und in die Einsamkeit des Seengebiets Tyckeln zu paddeln ist eine Tagestour, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte!

 

Etappe 14: Fågelsjö Gammelgård – Siljan See (ca. 120km)

Weiter südlich auf der E45 zum Siljan See. Schöne Übernachtung, direkt am See gelegen ist «Sollerö Camping» (GPS: N60.90054, E14.58423). Auf dem Weg dorthin kommt man am Bärenpark in Grönklitt vorbei (sehr lohnend, aber Tagesausflug). Auch Nusnäs, wo die Dalapferdchen hergestellt werden, ist einen Besuch wert (GPS N60.96227, E14.65030).

Etappe 15: Siljan See – Vänern (270km)

Auf großen Straßen zum größten See Schwedens. Traumhaft gelegen ist «Askeviks Camping» (GPS N58.88875, E14.01331) direkt am See mit Sandstrand, Bootsverleih und Angelmöglichkeit (keine Angelkarte nötig). Von hier ist man mit dem Rad schnell in Sjötorp, wo der Götakanal den Vänern verlässt und den man in östlicher Richtung auf bequemen Radweg begleiten kann. Top Tipp: Ein leckeres Eis im «Hajstorp Sluscafè» direkt neben der Schleuse (GPS: N58.74798, 14.10787)! In der Nähe befindet sich auch der Tiveden Nationalpark mit «urwaldigen» Wanderungen und der Ort Gullspång, wo man eine der bekannten «Draisinentouren» buchen kann.

Etappe 16: Vänern – Tjörn (ca. 200km)

Bevor die Fähre wieder nach Deutschland ablegt, lohnt sich noch eine Übernachtung auf der Insel Tjörn, da es von hier nur noch ein Katzensprung nach Göteborg ist und die Hafenörtchen einfach nur malerisch sind. Unser Favorit ist eindeutig «Hav & Logi Skärhamn» (GPS: N57.97065, E11.55453). Von hier wandert man in 15min durch die Schären zu einer einsamen Badestelle und kann dort einen romantischen Sonnenuntergang beobachten. Radwege sind in direkter Umgebung und das «Nordiska Akvarellmuseet» nur wenige Kilometer entfernt. Tipp: Mit dem Rad zum Badplats des traumhaft schönen Städtchens Klädisholmen radeln und ein erfrischendes Bad im glasklaren Meerwasser nehmen (GPS N57.94482, 11.53496).

Etappe 17: Tjörn – Göteborg

Das Stenaline Fährterminal erreicht ihr von Tjörn aus locker in 90min.

 

Von TRAVELIKI-Mitgliedern Heike und Matthias Pfeifer (Reiseblog: nordlandcamper.de)

 

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