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Reisen in Zeiten der Pandemie

Text und Bilder von: Michaela und Meiky (Reiseblog: the-michaels.com)

Sie fiel nicht leicht – die Entscheidung, mitten in der Pandemie wieder loszuziehen. Warum wir uns dennoch dafür entschieden haben, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Seit dem Ende unserer letzten Langzeitreise entlang der Seidenstraße und auf die Arabische Halbinsel, planten wir die nächste lange Tour durch Afrika. Schon einmal hatten wir den ursprünglichen Abfahrtstermin im Herbst 2020 wegen Corona auf 2021 verschoben. Sollten wir noch einmal verschieben? Es war ein stetiges Abwägen, ein gefühlsmäßiges Auf und Ab: welche Risiken wollten wir eingehen, welche nicht? Teils malte ich mir Horrorszenarien aus, was alles passieren könnte. Für die Reise sprach, dass wir schon geimpft waren und unser Fernweh stärker als unsere Bedenken. Sehr vieles sprach aber dagegen. Was, wenn jemand von uns wegen eines Notfalls in ein Krankenhaus müsste? Was, wenn dieses wegen Corona überfüllt wäre? Erneute Lockdowns sind denkbar, Grenzschließungen und eine damit verbundene, erschwerte Heimreise nach Deutschland.

Das Lebensmodell weiterführen

Wir fuhren trotzdem – ein gewisses Restrisiko bleibt immer. Das ist auch bei Reisen unter „normalen“ Umständen der Fall. Nur: Ist es nicht irgendwie unethisch, während einer Pandemie zu reisen? Was wäre, wenn jeder auf die Idee käme, sich gerade jetzt aufzumachen? Es gibt sicherlich Stimmen, die das sagen. Aber man muss bedenken, dass das Reisen für uns keinen gewöhnlichen zweiwöchigen Urlaub darstellt und wir auch nicht von Stadt zu Stadt durch die Welt jetten. Aufgrund unserer Reiseform – mit dem eigenen Fahrzeug – haben wir meist sogar weniger soziale Kontakte als in Deutschland. Ein weiteres Argument für unsere Langzeitreise über den afrikanischen Kontinent war: Das ist einfach unser Lebensmodell. Seit zehn Jahren sind wir immer wieder für längere Zeit irgendwo auf der Welt unterwegs. Wir bewegen uns in diesem Zeitraum auf einem bestimmten Abschnitt der Erde – fast als würden wir dort wohnen.

Hoffnung auf Besserung

Die Reise gibt uns Recht: Die Menschen im südlichen Afrika freuen sich, uns zu sehen. Wir geben ihnen Hoffnung, sagen sie. Hoffnung auf weitere Reisende und Touristen. Der Tourismus ist vielerorts am Boden. Von der Reisebranche abhängige Menschen leiden an starken Umsatzeinbußen, vielen bricht das Einkommen ganz weg.

Wir geben ihnen Hoffnung, sagen sie. Hoffnung auf weitere Reisende und Touristen.

Ob ein Abfangen durch den Staat in dem Maße geschieht, wie in Deutschland, ist fraglich. Auch das muss man bedenken.Natürlich sind wir sehr vorsichtig. Wir meiden Menschenansammlungen, tragen brav unsere Masken und treten mit Menschen nur wenn nötig, in näheren Kontakt. Das ist wiederum sehr schade. Wir würden eigentlich gerne näher in Kontakt mit der Bevölkerung eines Landes kommen. Aber so sind eben die Abstriche, die wir gerade machen müssen. Dafür gibt es andere Vorteile: menschenleere Touristenattraktionen und einsame Campingplätze.

Wir haben unsere Entscheidung nicht bereut. Die Corona Zahlen in Südafrika und den angrenzenden Ländern sinken.* Immer mehr Menschen werden geimpft. Die Impfstoffe scheinen gegen die Mutationen gut zu wirken.* Wir haben hier das Gefühl, dass es wieder etwas bergauf geht.

*Stand 30.07.2021

Text und Bilder von: Michaela und Meiky (Reiseblog: the-michaels.com)