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Japanische yatai-Imbissbuden – eine sterbende Tradition

Abends herrscht plötzlich Geschäftigkeit auf Fukuokas Straßen. Die ersten Salary Men machen sich auf den Heimweg aus dem Büro, ihr Magen knurrt, die trockene Kehle freut sich auf ein kühles Bier. Die Auswahl an Fast-Food-Restaurants in Japans Großstädten ist riesig und an jeder Ecke ermöglichen Convenience Stores das Einkaufen einer fertigen Lunchbox, die nach Belieben sogar im Geschäft schnell warm gemacht wird. Dennoch zieht es viele der Einheimischen an einen Imbiss-Stand, einen yatai 屋台. Zwischen sechs Uhr abends und vier Uhr morgens ist es circa 120 Betreibern in Fukuoka erlaubt, eine mobile Essensbude auf den Gehsteigen und an den Uferpromenaden der Stadt aufzubauen. Sie sind die letzten einer früher weit verbreiteten Art. Und waren maßgeblich an der heutigen Popularität von Ramen-Nudeln beteiligt. Der Ursprung von Japans mobilen Imbissbuden Mittelalter Die ersten Ursprünge hatten Imbissbuden in Japan wohl im 6. und 7. Jahrhundert an buddhistischen Tempeln, um hungrige Pilger mit Essen zu versorgen. Einen ähnlichen Zweck erfüllten sie auch später zur Tokugawa-Zeit, nur dass es sich mittlerweile größtenteils um unfreiwillige „Pilger“ handelte. Um die Fürsten (daimyō 大名, dt.: „großer Name“) der einzelnen Provinzen beschäftigt und vor allem knapp bei Kasse zu halten, verlangte das Shogunat, dass alle daimyō einen zweiten Sitz in der Hauptstadt Edo …