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Ernüchterung statt Erleuchtung: Am See Genezareth in Israel

Ich stehe am See Genezareth in Israel, meine Sandalen machen glucksende Geräusche im Schlick des Ufers. Rechts von mir sehe ich die Stadt Tiberias, links sind Tabgha und noch ein Stück von Kapernaum zu sehen. Gegenüber verschwimmen die Golanhöhen im Dunst. Einige Boote schippern auf dem See, eine Handvoll junger Menschen hat sich ein paar Meter entfernt von mir ins recht kühle Wasser gewagt, sie spritzen sich johlend gegenseitig nass. Die Sonne steht schon recht tief hinter meinem Rücken und wirft lange Schatten. Ich grübele darüber nach, wie es hier vor knapp 2000 Jahren gewesen sein könnte. Am See Genezareth in Israel. Foto: wanderwithwolf.com Kapernaum, die Bergpredigt, die Apostel, der See Genezareth – das Kopfkino springt bei diesen Begriffen an. Die Bibel, das Neue Testament und natürlich Jesus. Schon als Kind hört man diese ganzen Worte und stellte sich irgendwie magische Orte im Nahen Osten vor, deren Bewohner die Geschichte dieser Welt geprägt haben. Wo Wunder geschahen und der kleine Jesus zum Sohn Gottes, zum Messias und zu einer Hoffnungsfigur für Milliarden Menschen wurde. Geboren in einem einfachen Stall, in einer Region voller Lehmhütten, Schafhirten und dazwischen ein paar Römer. Ben Hur, Die Zehn Gebote, Das Leben des Brian - solche Filme ...