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Ein Automat für Briefmarken

Von japanischen Automaten habe ich ja schon öfter erzählt. Der Klassiker sind die für Getränke und kleine Sammelspielzeuge (die unserem Ü-Ei nahe kommen, nur ohne Schokolade und quasi eine Figur garantiert), aber es gibt auch kuriose z.B. für komplette Tiefkühlmahlzeiten, heiß zubereitet versteht sich. Auf meinen Reisen ist mir der Automat vom Bild oben untergekommen: ein Automat für Briefmarken. Natürlich gibt es sowas bei uns auch. Es sind jene kleinen, gelben Kästen, die außen an Postfilialen montiert sind und Schreibwütige außerhalb der Geschäftszeiten mit Briefmarken versorgen sollen (wenn der Druckmechanismus gerade funktioniert und die Kasse nicht voll ist). Man gibt den gewünschten Briefmarkenwert ein, die Maschine macht Geräusche, die an ein 14K-Modem aus den 90ern erinnern und schon flattert unten eine frisch gedruckte, mit Verlaub, ziemlich hässliche gelb-blaue Briefmarke heraus. Die Unart geht ja mittlerweile so weit, dass man auch beim Abgeben von Briefen und Postkarten in der Filia extra betonen muss, dass man das Schriftgut bitte mit echten Briefmarken frankiert haben möchte, nicht mit überdimensionalen selbstklebenden Labeln, die gerne mal einen Teil des Handgeschriebenen oder liebevoll Verzierten einer Postkartenrückseite unter sich begraben ...