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Die Katze auf der Kokospalme, der Hund Auge in Auge mit dem Hippo

Wir stellen vor: Katzenmädchen Pommes und Dackeldame Olga, seit Oktober 2019 im LKW mit uns, Herrchen Robert und Frauchen Beate, im südlichen und östlichen Afrika unterwegs.

Gleich vorneweg: Die Katze ist der Chef! Sie bestimmt vor allem die Abfahrtszeiten…. wenn sie beschliesst, es ist ein guter Platz, versteckt sie sich am Morgen schnell in der nächsten Höhle oder beobachtet uns von der Kokospalme aus, wie wir die Stühle wieder auspacken. Dann fängt das große Warten an, wer wohl die längste Geduld hat. Oft kommt sie dann gegen Mittag zurück und verlangt Futter. Dem Dackel ist eigentlich alles egal, solange wir in der Nähe sind. Als Spürhund um Pommes ihre Verstecke zu finden… nicht zu gebrauchen.

Einmal hat Pommes ausprobiert, ob sie wirklich 7 Leben hat als Katze und war zwei Tage lang verschollen im dichten Wald am Lake Kashiba in Sambia. Dort hat sie ihre Überlebenskünste bewiesen gegen Schlangen, Warane und Affen und kam dann völlig fertig plus moskitoverstochen zurück. Wir waren nervlich am Ende, aber überglücklich, als sie zu uns zurückfand. Ansonsten hat die Katze sich gut eingelebt, Olga gibt ihr Sicherheit und oft spazieren sie zusammen los und schlafen dann gemeinsam auf ihrem eigenen Campingstuhl.

Der wasserscheue Dackel mutierte während der Reise zur Wasserratte und so fanden wir beim Schnorcheln auch Neues in Form von dackeligen Stummelbeinen. Allerdings müssen wir sehr aufpassen an Gewässern mit Krokodilen.

Oft schlafen sie gemeinsam auf ihrem eigenen Campingstuhl.

In Ostafrika könnte man übrigens reich werden, indem man einen Dackel versteigert! Überall wollen sie Olga kaufen, denn sowas Kurzbeiniges hat noch keiner gesehen. Auch ist ein  gepflegter Hund sehr begehrt, wenn der eigene vor lauter Vernachlässigung nicht mehr so hübsch aussieht.

Tierbegegnungen

Am meisten beeindrucken uns immer wieder all die vielen Begegnungen zwischen Dackel, Katze und den Tieren Afrikas:

Unsere Katze liebt Elefanten! Nie werden wir den den Morgenspaziergang im Caprivi vergessen, auf dem plötzlich 2 junge Elefantenbullen aus dem Gebüsch vor uns heraustraten und Pommes sich vor den beiden Elefanten in den Sand schmiss und sich rollte. Die Elefanten blieben gechillt stehen und vergaßen dabei ganz die sich rückwärts davonschleichende Beate. (Der Dackel hatte von dieser Szene natürlich nix mitgekriegt, weil er schnarchend in seinem Stuhl lag.) Mit Waranen wird sich gegenseitig laut angefaucht. Die Spuren ihrer grösseren Verwandten neben dem LKW werden von Pommes grössenwahnsinnig markiert – und dann macht sie aber grosse Augen, sobald die fünf Löwen dann vor dem LKW stehen. Wenn der Leopard sich nähert, wird aber nix gemeldet sondern sich nur schnell im LKW versteckt, sodass wir diese schöne Raubkatze wie immer verpassen und nur morgens die Spuren finden. Wenn man nachts grunzende Hippos neben dem Nachtlager anleuchtet, entdeckt man die Katze oft davor sitzend.

Der Dackel hat das Bootsfahren für sich entdeckt. Wenn Hundegesellschaft an Bord ist, stimmt Olga an vorderster Front mit ein, das nur mit den Augen rauslugende Hippo anzubellen…. bis sich dieses dann gähnend erhebt. Da quellen Olga die Augen raus und vor Schreck klappt sie ganz dumpf zusammen.

Organisatorisches

Unsere Empfehlung: Rechtzeitiges Organisieren des Papierkrams! Das aktuelle Prozedere weiss am besten immer der zuständige Tierarzt. Nebst des gültigen Impfausweises mit allen Impfungen, Wurmkuren usw. muss eine zeitliche Reihenfolge mit dem Microshipping, dem Bluttest (Titertest) und eventueller Parasitenbehandlung eingehalten werden. Dann muss man die jeweilig notwendigen Import- und Exportpapiere beim Staatstierarzt beantragen. Wir waren bisher sehr korrekt und haben in jedem Land die notwendigen Papiere besorgt (Kontaktdetails auf unserer Webpage). Kontrollieren wollten die Grenzbeamten die Papiere bisher allerdings nur einmal. Erste Hilfe  Medikamente und deren Anwendung haben wir mitsamt der faltbaren Transporttaschen und was sonst noch je nach Tier gebraucht wird, bei unserem Tierarzt besorgt. Da unsere Tiere in Namibia aufwuchsen, waren sie bereits vertraut mit dem Klima, Krankheitserregern und wilden Tieren. Vorsicht ist geboten mit Schlangen, Krokodilen und Eulen!

Reisealltag

Die Katze sitzt während der Fahrten in der Wohnkabine, meist auf dem Lammfell auf dem Gasherd…. da ist sie wohl am sichersten, falls Herrchen ein Schlagloch mitnimmt! Olga ist Co-Pilot in der Fahrerkabine. Die Fahrtzeiten haben wir den Tieren angepasst… und sind deshalb sehr langsam unterwegs und fahren nicht zu lange. Auch eine Klimaanlage haben wir zum Zuschalten während der Fahrt nachträglich in die Wohnkabine eingebaut, somit sind längere Standzeiten in der Stadt oder an Grenze entspannter. Ein Baldriankissen für die Katze hält sie positiv beschäftigt. Futter kaufen wir immer auf Vorrat in der jeweiligen Hauptstadt, da es dann billiger ist als in den kleinen Shops unterwegs.

Weil die Katze halt nachts gerne aktiver ist als wir, lassen wir normalerweise die Eingangstür in der Nacht offen. Das setzt natürlich voraus, dass man nicht zu ängstlich ist und seine Tiere gut kennt. Generell ist unsere Erfahrung, das es auf dem Land sehr sicher ist und man nur in Städten mehr aufpassen muss. Das zeigen uns aber schon vorher die Tiere selbst. Sobald sie Menschen begrüssen und entspannt draussen liegen, überträgt sich das auch auf uns.

Besuch der Nationalparks in Afrika

Generell sind Haustiere überall verboten! Es gibt aber einige Parks, wo man auf kostenlosen Transitstrecken schon einiges zu sehen bekommt. Da wir 25 Jahre in Namibia gelebt haben, sind Parkbesuche nicht unsere Priorität. Es gibt glücklicherweise auch genug Farmen, welche das Mitbringen von Haustieren erlauben und wo man bereits viele Tiere zu Gesicht bekommt.

Geholfen haben hier auch die Einträge auf der iOverlander App und diverse Reise-Gruppen für die Abklärung, ob Tiere erlaubt sind. Wir waren dann trotzdem in einigen Parks in Ostafrika… entweder hatten wir einen Tiersitter z.B. auf den Campsites oder wir waren die einzigen Parkbesucher während der aktuellen Pandemie und so durften sich unsere gut erzogenen Tiere ausnahmsweise über Büffel und Elefantenbesuch freuen… Einfach nachfragen, man hat nichts zu verlieren! Unsere Katze hat übrigens auf der gesamten Reise noch keinen Einzigen Vogel gefangen, sie liebt es, diese zu beobachten, während Robert neben ihr fotografiert.

Vorteile

Ohne unsere beiden Fellnasen wäre es für uns nur der halbe Spass. Speziell durch unseren Dackel Olga haben wir sehr viele Menschen unterwegs kennengelernt. An unsere  Namen wird sich wohl kaum jemand erinnern, aber Olga kennt nun fast jedes Dorf, wo wir waren. Olga bewacht mehr oder weniger den LKW und hält die Strassenjugend davon ab, unsere Sachen anzugrabschen. Die wahre Aufpasserin ist aber unsere Katze, sie zeigt uns an, wenn jemand kommt, sie haut Schlangen auf den Kopf, bis sie sich verziehen und zeigt uns z.B. nachts an, sobald Tiere sich nähern (während der Dackel tief schläft). Sehr praktisch sind die beiden bei den nicht enden wollenden Polizeikontrollen in Ostafrika. Von Olga sind die Polizisten meist so verblüfft, dass sie ihre Fragen vergessen. Und wenn die Beamten dann in die Kabine blicken wollen, warnen wir sie, dass da ein Löwe wartet… sobald sie dann unsere Pommes erblicken, wird schallend gelacht und wir können sofort weiterfahren.

Nachteile

Die Beschaffung der jeweiligen Dokumente für das nächste Land sind mal mehr, mal weniger zeitaufwendig und kostspielig. Da wir uns aber fürs Reisen mit Haustieren entschlossen haben, ist das einkalkuliert. Wildcamping in der Stadt, bei Tankstellen oder anderen Parkplätzen ist nur bedingt möglich, sofern man tiergerecht reisen möchte, geht aber notfalls auch (unsere Katze ist an der Leine laufen gewöhnt). Manche Camps, Restaurants und Einkaufszentren erlauben keine Tiere, wir hatten aber diesbezüglich bisher nur in Südafrika (Western Cape) Probleme.

Fazit

Wir lieben es, zusammen mit unseren Tieren Land und Leute kennenzulernen, aber auch den Strand mit dem Dackel umzubuddeln, das Lagerfeuer mit schnurrender Katze zu geniessen, gemeinsam durch den dichten Wald zu kriechen oder auch zu versuchen, die Katze vom Baum zu holen. Der Hund braucht etwas mehr Aufmerksamkeit, da er manchmal sehr tollpatschig und leicht größenwahnsinnig ist. Die Katze ist vorausschauender und einfacher. Am Anfang unserer Reise waren wir uns nicht sicher, ob das Reisen mit den Tieren überhaupt auf Dauer funktionieren wird. Jetzt sind wir froh, dass wir sie dabei haben und viele unserer Erlebnisse mit ihnen teilen können. Vor allem ist es immer wieder schön und spannend zu sehen, wie sie auf neue Tiere reagieren und versuchen, freundlich und sozial zu sein. Wir hoffen, dass wir das noch lange Zeit mit ihnen genießen können.

 

Text und Bilder von Beate und Robert

Reiseblog: Ondjila-Travel.com
E-Mail: ondjilaunterwegs@gmail.com