teilen

Das erste Mal in Botswana

Land und Leute

Botswana liegt im südlichen Afrika und grenzt an Namibia, Südafrika, Simbabwe und Sambia. Mit einer Fläche von 582.000 km2 ist das Land mehr als eineinhalb mal so groß wie Deutschland, mit lediglich 2,3 Millionen Einwohnern allerdings sehr dünn besiedelt. Dies liegt vor allem an der Geographie des Landes und den daraus resultierenden klimatischen Bedingungen: In Botswana herrscht ein Savannen- und Halbwüstenklima. Das bedeutet aber nicht, dass es hier nie regnet, denn zwischen Dezember und März fallen 250 bis 500 mm Niederschlag und so mancher Besucher wird sich schon über die „Schlammschlachten“ in den Nationalparks gewundert haben.

Der Schutz der Natur ist in Botswana ein wichtiges Thema und durch die internationalen Besucher natürlich auch eine wichtige Einnahmequelle. Ganze 17% der Landesfläche sind als Nationalpark ausgewiesen, weitere 23% gelten als sogenannte „Wildlife Management Areas“, so dass 40% der gesamten Fläche unter Naturschutz stehen. Ein extrem hoher Anteil, der die Wertschätzung der botswanischen Regierung für die Natur des Landes zeigt.

Die Amtssprachen sind Setswana und Englisch, so dass man mit Englisch überall problemlos ins Gespräch kommen kann. Die Menschen in Botswana freuen sich aber natürlich, wenn man ein paar Brocken Setswana spricht, oder zumindest die Grußformeln beherrscht.

In Botswana ist man sehr stolz auf die 1966 erreichte Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich, den gewaltfreien Übergang zur Republik und auf den ersten Präsidenten des Landes, Sir Seretse Khama. Botswana ist ein demokratischer Rechtsstaat und einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Staaten Afrikas. Ein großer Teil des relativen Wohlstands basiert aber auf dem Abbau von Bodenschätzen, insbesondere von Diamanten, was leider zu einer starken sozialen Ungleichheit innerhalb des Landes führt.

Man begegnet sich in Botswana ausgesucht höflich und man sollte sich immer die Zeit nehmen für eine freundliche Begrüßung, bevor man zum eigentlichen Kern seines Anliegens vordringt. Der Respekt vor älteren Menschen ist sehr stark ausgeprägt und entsprechend ist es selbstverständlich, dass man für die Älteren seinen Sitzplatz freigibt oder ihnen an der Supermarktkasse den Vortritt lässt.

Reisearten

Botswana ist ein Land, welches durch seine Naturschönheiten besticht. Diese liegen nicht immer dicht beieinander und es ist nicht einfach, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln voran zu kommen. Am besten bereist man deshalb Botswana mit einem allradgetriebenen Mietcamper mit Dachzelt. Viele Anbieter bieten komplett ausgestattete Fahrzeuge auf Pickup-Basis an und in den Nationalparks kann man in herrlicher Atmosphäre zwischen den wilden Tieren kampieren. Lodges innerhalb der Nationalparks sind extrem teuer und wer nicht über ein quasi unlimitiertes Budget verfügt und dennoch wilde Natur- und Tierbegegnungen erleben möchte, erkundet Botswana besser als Selbstfahrer.

Tipp: Die Fahrzeugmiete in Botswana ist relativ teuer. Wenn man aus Europa anreist, lohnt es sich, nach Windhoek / Namibia zu fliegen und dort bei einem der vielen Anbieter ein Camper mit Dachzelt zu mieten. Der Grenzübertritt nach Botswana ist problemlos und die Auswahl an Anbietern ist in Namibia deutlich größer.

Der Schutz der Natur ist in Botswana ein wichtiges Thema und durch die internationalen Besucher natürlich auch eine wichtige Einnahmequelle. Ganze 17% der Landesfläche sind als Nationalpark ausgewiesen, weitere 23% gelten als sogenannte „Wildlife Management Areas“, so dass 40% der gesamten Fläche unter Naturschutz stehen. Ein extrem hoher Anteil, der die Wertschätzung der botswanischen Regierung für die Natur des Landes zeigt.

Beste Reisezeit

Generell kann man sagen, dass die beste Reisezeit für Botswana von April bis Oktober ist. Dies sind auch die Monate der Trockenzeit im Land. Abhängig davon, ob die Regenzeit sehr ausgeprägt war, sind die Wege in den nördlichen Nationalparks Moremi und Chobe bis in den Mai / Juni hinein unter Umständen noch immer sehr feucht. Im September und Oktober wird es dann sehr heiß und die Wasserlöcher in den Makgadikgadi- und Nxai-Pans trocknen fast vollständig aus, was Tierbeobachtungen erschwert.

Die südlichen und zentralen Parks, der Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark und das Central Kalahari Game Reserve, sind auch in den feuchten Monaten November bis März gut zu bereisen. Dann warten Tierwanderungen und viele Jungtiere auf den Besucher. Der Wasserstand des Okawangodeltas hängt übrigens nur zum kleineren Teil vom lokalen Regen ab, sondern hauptsächlich vom Zufluss aus dem angolanischen Hochland. Zum Ende der Trockenzeit in Botswana im Oktober ist der Pegel im Okawangodelta in der Regel am höchsten.

Nationalparks und Safari

Botswana lebt vom Besuch in den vielen Nationalparks. Hier hat man die Möglichkeit, innerhalb der Parks ohne Zaun zu kampieren, was einmalig im südlichen Afrika ist. Für uns ist kein Naturerlebnis intensiver, als inmitten der Wildnis zu stehen und vom Lagerfeuer oder dem Dachzelt aus die wilden Tiere zu beobachten. Die Camps sind oft sehr einfach und bieten nur eine eingeschränkte Infrastruktur. Alles, was man für die Safari benötigt, sollte man im Vorfeld außerhalb der Parks besorgen.

Von Maun aus organisiert man am besten die Safaris für die nördlichen Parks Moremi, Chobe und die Khwai Concession. Anders als in Namibia oder Südafrika kann man die Camps nicht über eine zentrale Buchungsstelle der Nationalparkverwaltung buchen. Die Nationalparkverwaltung in Botswana hat die Konzessionen zum Betreiben der Camps an private Betreiber vergeben, was die Buchung nicht einfach macht. Da für die Buchungen noch immer häufig mit Büchern gearbeitet wird und die Anbieter mehrere Büros in unterschiedlichen Städten betreiben, erscheinen viele Camps ausgebucht, obwohl noch Platz zur Verfügung steht. Wir konnten in Maun spontan unsere Tour durch den Moremi Nationalpark, die Khwai Concession und den Chobe Nationalpark buchen und sind dafür die jeweiligen Camp-Betreiber in Maun abgefahren. Wo diese zu finden sind, ist auf der Karte (Detailbereich Maun) unter diesem Link zu finden.

Die Parks in Botswana sind sehr wild und oftmals einsam und abgelegen. Insbesondere in der Zentralkalahari ist damit zu rechnen, dass man tagelang niemandem begegnet. Es sollte also immer genügend Wasser für mehrere Tage im Fahrzeug sein und man sollte in der Lage sein, sich im Falle einer Reifenpanne oder einem festgefahrenen Fahrzeug selber helfen zu können. In den nördlichen Parks Moremi und Chobe wird man immer wieder anderen Fahrzeugen begegnen, das Gelände ist aber oftmals feucht und an anderen Stellen wiederum tiefsandig. Erfahrung im Offroadfahren ist hier von Vorteil. Generell kann man in den Parks nicht mit Mobilfunkempfang rechnen.

Übernachten

Auch außerhalb der Nationalparks bietet Botswana viele tolle Campingmöglichkeiten. Einige Plätze sind an Lodges angegliedert, so dass man dort die Restaurants, Pools und andere Annehmlichkeiten mitbenutzen kann. Eine sehr gute Ressource für eine Selbstfahrerreise in Botswana ist die App „iOverlander“. Konkrete Tipps bezüglich Übernachtungen und Routen sind in unseren beiden Blog-Posts zu Botswana zu finden:

  1. Botswana – Safari im Moremi NP, der Khwai Region und dem Chobe NP
  2. Botswana – Abenteuer in der Cental Kalahari und den Makgadikgadi Pans

 

 

Zahlungsmöglichkeiten, Handy und Internet

Botswana ist ein großes Land mit geringer Bevölkerungsdichte. Die Landeswährung ist der Pula, unterteilt in 100 Theme (1 Euro = 13 Pula, Stand Januar 2022). Geldautomaten finden sich in größeren Ortschaften, dort kann man mit Visa oder Mastercard Geld abheben. Giro- oder Maestrokarten werden nicht unterstützt. Generell empfiehlt es sich, immer eine ausreichende Menge Bargeld dabei zu haben, da Kreditkartengeräte nicht immer funktionieren oder überhaupt nicht vorhanden sind. Auch die Gebühr für die Camps in den Parks und die Parkgebühren sind bar zu entrichten. Entlang der Hauptrouten und in den größeren Städten ist das Mobilfunknetz ordentlich ausgebaut, man muss aber überall mit Lücken in der Netzabdeckung rechnen. In den Nationalparks hat man in der Regel keinen Empfang. Der Netzbetreiber Orange bietet für 200 Pula ein Datenvolumen von 12,5 GB mit einer Laufzeit von einem Monat an. SIM Karten kann man in den größeren Supermärkten kaufen.

Es wird immer wieder gefragt, ob man ein Satelliten-Telefon für die Besuche in den Nationalparks dabei haben sollte. Wir haben uns bisher dagegen entschieden. Nur wenn man die Zentralkalahari von Nord nach Süd oder umgekehrt durchquert, begibt man sich in extreme Einsamkeit. Hier kann es sinnvoll sein, sich ein Satellitentelefon zu mieten. Firmen in Gabarone oder Maun bieten Mietgeräte an.

Straßen und Treibstoff

Die Hauptverbindungsstraßen zwischen den Städten sind asphaltiert und gut ausgebaut. So wie man diese verlässt, wird es holprig und staubig. In den Nationalparks ist ein 4×4 Fahrzeug nicht nur empfohlen, sondern vielfach auch vorgeschrieben. Benzin und Diesel gibt es zuverlässig in den größeren Städten, man sollte sich aber bewusst sein, dass die Distanzen zwischen den Tankstellen größer sein können. Also lieber einmal öfter tanken und bedenken, dass der Treibstoffverbrauch in Offroad-Situationen gut auf das doppelte des normalen Wertes ansteigen kann. Der Vermieter gibt in der Regel Gasflaschen zum Kochen mit, diese können problemlos in größeren Orten gefüllt werden.

 

Wir hoffen dieser Artikel hat euch Lust gemacht, nach Botswana zu reisen und in ein Abenteuer in der Wildnis abzutauchen.

Lese-Tipps