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Couchsurfing im Iran – Verbotene Freiheiten

Magazine-Artikel von
Verbotene Freiheiten Eine Reise in Irans Wohnzimmer zeigt die enormen Gegensätze zwischen öffentlichem und privatem Leben. Zu Hause passiert alles, was draussen verboten ist. Couchsurfer und Bestsellerautor Stephan Orth erlebt dort eine Welt, in der die strengen Regeln des Mullah-Regimes keine Bedeutung mehr haben. Ausgabe: 131 Text und Bilder: Stephan Orth Saeed steigt aus dem Auto, blickt nach rechts und links wie ein Einbrecher und schliesst die Stahltür seiner Wohnung im Südwesten von Shiraz auf. «Sei leise und sprich kein Englisch auf der Strasse, sonst hören dich die Nachbarn», flüstert er. «Es ist verboten, Ausländer bei sich aufzunehmen.» Dann winkt er, schnell reinzukommen. Ich schnappe mir meinen Rucksack und haste durch den Eingang. Saeed ist 20 Jahre alt, Grafikdesignstudent, hat verwuschelte Haare und markante Augenbrauen. Als er bei couchsurfing.com einen Beitrag von mir in einem Diskussionsforum sah, hat er mich angeschrieben, ob ich auf meiner Reise nach Shiraz kommen und bei ihm wohnen wolle. Zwei Monate bin ich in dem Land unterwegs, übernachte als Couchsurfer bei Einheimischen und teile mit ihnen den Alltag. Dabei lerne ich mehr über die Menschen und ihr Land, als wenn ich zehn Jahre in Fachbüchern lesen würde. Die Idee dabei: Nicht zu vie ...