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COSTA RICA: ICH, MEIN PFERD, EIN WASSERFALL UND DER VULKANSCHLAMM

Als ich in den ledernen Steigbügel steige und mich im Nordwesten Costa Ricas auf die weiße Pferdedame schwinge, kommen die Erinnerungen an meinen „Reitunfall“ wieder hoch. Von Freunden werde ich über diese Formulierung oft belächelt, aber die Tatsache, dass mich eine mürrische Pferdedame vor sechs Jahren mitten im Winter im hohen Bogen abgeworfen hat, löst bei mir immer noch Herzrasen aus. Damals besuchte ich mit einer Freundin ihre launige Stute Olanka. Mehrere Male hatte ich die dunkelbraune vierbeinige Lady schon gesehen, sie gebürstet und gestreichelt. Ich mochte sie. Ob meine Zuneigung erwidert wurde, weiß ich bis heute nicht. Pferde sind tolle Tiere, ohne Frage. Wie groß mein Respekt ihnen gegenüber ist, sollte diese Erfahrung ein weiteres Mal zeigen. Im langsamen Schritt ritt ich auf Olanka über die verschneite Koppel. Eine Runde, zwei Runden, drei Runden. Ich fühlte mich sicher, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Um in den Trab zu kommen, presste ich meine Waden an ihren Bauch und rief mittellaut „Teeeeeerab“, ganz so wie ich es vor wenigen Sekunden gelernt hatte. Was mir jedoch nicht vermittelt wurde war, dass Wildfang nun anfing im brutalsten Galopp im Zickzack über die Koppel zu wetzen. Meine Entspannung war dahin. Ich hielt mich …